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Kultur
Die Kultur Isaans ist stark durch das kulturelle Erbe der Lao geprägt und hat viel mit der des Nachbarstaates Laos gemein. Diese Affinität zeigt sich in der regionalen Küche, Kleidung, sakralen Architektur, Feiertagen und den Künsten.
Isaanische Speisen unterscheiden sich von den thailändischen und laotischen, haben mit diesen aber auch vieles gemein. Die offensichtlichsten Charakteristiken sind der Gebrauch von Klebreis statt Duftreis und die feurige Chili-Würzung. Beliebte Gerichte sind Som Tam (auch: tammakhung), ein Salat aus grüner Papaya und getrockneten Krabben, und gegrilltes Huhn (gai yang). Diese Gerichte haben in ganz Thailand Verbreitung gefunden, wenn auch in an den jeweiligen Geschmack angepassten Varianten, denen die extreme Schärfe und der säuerliche Geschmack fehlt, die man in Isaan vorzieht.
In umgekehrtem Austausch ist auch die zentralthailändische Küche in Isaan zu einer gewissen Popularität gelangt. Was die Einflüsse der Lao-Küche angeht, fehlen in Isaan die Elemente aus der vietnamesischen und französischen Küche, wie man sie in Laos findet, vollständig. Die Bewohner von Isaan sind bekannt für die breite Palette von Tieren, die auf ihrem Speisezettel stehen. Dazu gehören auch Eidechsen, Frösche und gebratene Insekten wie Heuschrecken, Seidenraupen und Mistkäfer. Was ursprünglich aus der Not heraus gegessen wurde, wird heute als Delikatesse angesehen.
Die traditionelle Kleidung ist der Sarong. Die Damenversion verfügt meist über bestickte Säume, während die Herren-Sarongs mit Karomustern geschmückt sind. Sie werden im Gegensatz zur Sitte in Zentralthailand nicht zwischen den Beinen befestigt. Der Pakama schließlich ist eine Stoffbahn, die als Gürtel, Kopfbedeckung, Hängematte oder auch als Badetuch verwendet wird.
Isaan ist das Zentrum der thailändischen Seidenherstellung. In der Nachkriegszeit boomte der Handel, als der Modeschöpfer Jim Thompson die thailändische Seide im Westen populär machte. Eine der bekanntesten Arten von Seide aus der Region ist "Mut-Mee", die gebatikt wird, um geometrische Muster auf dem Stoff einzufärben.
Der buddhistische Tempel, oder Wat, ist das wichtigste Bauwerk der meisten Dörfer. Diese Tempel dienen nicht nur der religiösen Verehrung, sondern werden auch als Fest- und Versammlungshallen genutzt. Architektonisch überwiegt der Lao-Stil, der schlichter ist als der ornamentale Thai-Stil. Das gleiche gilt für Bilddarstellungen Buddhas.
Die Bevölkerung Isaans feiert eine Reihe traditioneller Feste, unter denen das „Bun Bungfai“-Fest mit seinen Feuerwerksraketen hervorzuheben ist. Es geht auf einen Fruchtbarkeitsritus aus vorbuddhistischer Zeit zurück und wird an mehreren Orten in Isaan und Laos gefeiert; am heftigsten und berühmtesten sind aber die Feierlichkeiten in der Provinz Yasothon. Andere bekannte Spektakel sind das Kerzenfest von Ubon Ratchathani, das die buddhistische Fastenzeit im Juli einläutet, das Seidenfest von Khon Kaen, eine Art lokaler Handwerksmesse, die Elefantenschau von Surin und die „Bangfai Phayanak“ oder „Naga-Feuerbälle“ von Nong Khai.
Die traditionelle Volksmusik von Isaan ist der Mor Lam. Neben einigen lokalen Varianten existieren davon auch moderne Spielarten, die seit den 1970ern mit den Arbeitsimmigranten nach Bangkok gelangt sind. Viele Mor Lam-Sänger haben sich auch die Luk Thung-Musik Zentralthailands angeeignet und daraus die hybride "Luk Thung Isaan"-Richtung entwickelt. Kantrum ist andere traditionelle Musikform, die unter der Khmer-Minderheit im Süden große Beliebtheit genießt.
Obwohl die Sprache von Isaan selbst keine schriftlich-literarische Tradition hat, konnte die Region in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts einige nennenswerte Schriftsteller hervorbringen, unter denen Khamsing Srinawk und Pira Sudham besonders hervorzuheben sind. Die einheimische Sprache verwendet keiner der beiden: Der Erstgenannte schreibt auf Thai, letzterer auf Englisch.
Isaan ist bekannt als Heimat vieler Muay Thai-Boxer. Viele Kinder armer Familien träumen vom sozialen Aufstieg durch Erfolg im Kickboxen. Der bekannteste Sportler aus Isaan ist dennoch kein Boxer, sondern der Tennisspieler Paradorn Srichaphan, dessen Familie aus der Provinz Khon Kaen stammt.
Die Kulturbarriere hat in Verbindung mit der bekannten Armut des Landesteils und dem typischen dunkleren Teint der Leute von Isaan zu rassistisch gefärbten Vorbehalten vieler ethnischer Thais geführt. Der Romancier Sudham schreibt: „Manche Thai aus Bangkok (...) sagten, ich sei kein Thai, sondern (...) ein Wasserbüffel oder ein Bauer.“ Obwohl viele Menschen aus Isaan heutzutage nicht mehr auf den Feldern, sondern in den Großstädten arbeiten, sind sie meist beschränkt auf Arbeiten von niedrigem sozialen Status, wie Hilfsarbeiter oder Prostituierte, und Vorurteile gegen sie leben fort. Dennoch ist die Sicht auf Isaan nicht ausschließlich negativ gefärbt: Die typische Musik und die Küche der Region sind in ganz Thailand begeistert angenommen worden.
Der Prozess der „Thaiifizierung“ hat den besonderen Charakter der Kultur von Isaan etwas verwässert. Das gilt gerade für Städte und Provinzen, die sich wie Khorat in der Nähe des thailändischen Kerngebietes befinden und am längsten unter der Herrschaft Thailands liegen.
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Issaan aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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